Villa Viktoriastift

Urban Exploration – Villa Viktoriastift

Villa Viktoriastift oder auch die Geistervilla genannt. Über dem Gebäue aus dem frühen 19 Jahrhundert liegt seit je her eine dunkle Wolke…
Unser Weg führt uns in den tiefen Süden von Deutschland, das Wetter spielt mit was den weg zur Location und durch das kniehohe Gras doch sehr angenehm macht.
Im Inneren tritt etwas Ernüchterung auf, viel ist nicht mehr vorhanden, von der einst so prunkvollen Einrichtung. Besser gesagt nichts ist mehr da außer ein paar Badewannen. Aber nichts desto Trotz, die Eingangshalle entschädigt das ganze.

Dennoch ist der Glanz vergangener Tage ist noch immer zu erahnen. Auch wenn inzwischen Unkraut und Dornbüsche wuchern, wo einst der rote Sandstein erstrahlte. Nicht nur die äußere Erscheinung, auch die Geschichte des Landguts verleiht dem Anwesen eine gespenstische Aura. 1919 ließ der Kaufmann Hermann Liesmann das Landgut im neubarocken Stil erbauen. Liesmann, geboren in großer Armut, war in ********* aufgewachsen. Mit Eisenwarengeschäften zu Reichtum gekommen, wollte er im neuen Anwesen mit Familie, Dienstboten und Tieren seinen Lebensabend verbringen. Doch das Gut brachte Liesmann kein Glück. Die Kosten für das Anwesen überstiegen sein Vermögen und so musste er 1929 Konkurs anmelden. Kurz darauf wurde er wegen Korruption verhaften. Verarmt und von den Nazis verfolgt starb Lieser 1959 in einem kleinen Anwesen  neben seinem Elternhaus. Der Viktoriastift in Bad Kreuznach kaufte das Land  und machte es zu  einem Kinderheim. 1928 brannten Stallungen und Verwaltunsgebäude aus ungeklärter Ursache nieder. In den Kriegsjahren diente das Stift dann auch als  Müttergenesungsheim und Quartier für Soldatentruppen. Nach dem Krieg 50er Jahre funktionierte man das Victoriastift zum Heim für alte und geistig behinderte Frauen  um. Ein Altenheim, mit einem düsteren Geheimnis.

Hier ein Auszug aus einem Zeitungsartikel:
“1970 machte das Viktoriastift bundesweite Schlagzeilen. Über sechs Jahre lang, soll die 53-jährige  Heimleiterin Margarethe Putzler 46 Frauen gequält und misshandelt haben. Ein Vorwurf ist dabei besonders grauenvoll: Unliebsame Seniorinnen sollen mitsamt Bett in den Keller verfrachtet und dort ohne Essen und Trinken dem Tod überlassen worden sein. In alten Filmen des Südwestrundunk sind einige der Heimbewohnerinnen zu sehen. Der Hass auf die Heimleiterin spiegelt sich in den Gesichtern der Frauen wider, ebenso die Erleichterung, dass ihr Martyrium vorrüber ist.  Eine alte Frau spricht mit brüchiger Stimme in die Kamera: “Ich habe immer gesagt: Es wird der Tag kommen, da wird sie zittern, die Schwester Margarethe.” Während sie redet, huscht ein genugtuendes Lächeln über ihr zerfurchtes Gesicht, das einen frösteln lässt.

Gerüchte über die Misshandlungen im Altenheim gab es damals schon lange im Dorf, doch erst ein Diakon erstattete Anzeige. Das Bad Kreunacher Stift suspendierte  Margarethe Putzler daraufhin vom Dienst. Sie wurde verhaftet.  Kurz darauf schloss auch das Viktoriastift. Für immer.  Der Skandal, der an dem Haus klebte, war zu groß. Die Pracht des Anwesens lockte auch danach immer Investoren an. Der Griesheimer Heinz Schecker kaufte Teile des Anwesens, mit dem Ziel, eine moderne Ferienanlage zu errichten. Doch die Träume von Sportzentren, Seniorenresidenzen und gigantischen Outdoor-Rolltreppen zersschlugen sich. Heute ist das Anwesen unter mehreren Eigentümern aufgeteilt und verfällt kontinuierlich.”

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